Workshop Kneipp – Von der Bewegung zur Stille

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Workshop Kneipp – Von der Bewegung zur Stille 2018-02-24T15:20:08+00:00

Stille: Quelle der Kraft – Von der Bewegung zur Stille

„Probiert doch mal aus, ganz still zu sein.“ So beginnt ein spannendes „stilles Spiel“, welches Kinder zur eigenen inneren Ruhe bringt. Die Kinder lauschen und entdecken zuerst die Geräusche im Raum, danach die Geräusche außerhalb des Raumes und zum Schluss die Geräusche außerhalb des Gebäudes, die sie nur dann hören, wenn sie selbst ganz still sind.

Diese Momente der Stille sind eine Wohltat im lauten und oft hektischen Alltag. „Lärm macht krank“, das wissen alle, die unter Tinnitus, Bluthochdruck, Kopfschmerzen oder anderen Stresssymptomen leiden. Oasen der Ruhe können im pädagogischen Alltag für Kinder und Erwachsene eine Wohltat sein, das Arbeiten erleichtern und einen freudig stimmen.

 

Weiterführende Informationen

Was ist Stille, was ist Ruhe

Das Wort Stille hat seine Wurzeln im althochdeutschen Wort „stilli“ und bedeutet „ohne Bewegung, ohne Geräusch“. Das Wort Stille wird auch von dem Verb „stillen“ abgeleitet, denn beim Trinken wird der Säugling still. Das Wort Ruhe stammt aus dem Germanischen „rowo“, was von dem indogermanischen Wort „era“ abgeleitet wird. „Era“ bedeutet so viel wie „ruhen lassen“. Ruhe ist eine Atmosphäre, in der wir uns entspannen und zu uns selbst finden können. Schaffen wir es, diesen Zustand zu erreichen, können wir neue Kraft tanken. Begünstigend wirkt eine stille Umgebung und die Fähigkeit selbst still zu werden. Dabei ist jedoch nicht die völlige Abwesenheit von Geräuschen anzustreben, denn dies werden wir unter normalen Bedingungen nicht erreichen. Wenn Sie jeden Tag einen Moment stillsitzen, störende Geräusche ausblenden und ganz bei sich selbst sind, führen Sie eine intensive Übung durch, die Ihnen Gesundheit und Kraft schenken kann. So können Sie durch Stille zur Ruhe kommen. Tiefe, anhaltende Ruhe schenkt uns mehr Gelassenheit und die Fähigkeit mit Problemen besonnener umzugehen.

 

Angst vor Stille

Zu beachten ist, dass manche Kinder und Erwachsene auch Angst vor Stille haben könnten. Ein Grund dafür wäre, dass sie zu Hause einem ständigen Geräuschpegel ausgesetzt sind, wie beispielsweise permanent laufende Fernseher oder unangenehme Geräusche von Spielzeug. Situationen, in denen alle ganz still sind, wirken auf diese Kinder beunruhigend, sogar beängstigend. Um das zu überspielen, stören sie mit schnarchenden Geräuschen, sie glucksen oder sie scharren z.B. mit den Füßen. Kinder mit ADHS entwickeln ähnliche Verhaltensmuster. Ein „Ruhekissen“ auf der Schulter oder eine Hand auf der Stirn können in manchen Fällen helfen. Einige Übungen sind da sehr effektiv. Die Kinder lenken hier ihre Aufmerksamkeit nach innen, ziehen förmlich ihre „Antennen“ ein und lösen sich auf diese Weise von den Reizen, die ständig auf sie einströmen. Danach wirken sie sichtlich erholt und haben neue Ideen und Kraft.

 

Was können Pädagogen tun

Für Pädagogen ist es empfehlenswert, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, Ruhephasen zu ritualisieren und den Kindern ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. Wichtig ist, dass die Pädagogen selbst in der Lage sind, sich in Momenten der Ruhe zu regenerieren und die Kraft der Stille in sich zu spüren. Wer in sich ruht, fühlt sich ausgeglichen. Zudem wirkt sich die Haltung positiv auf den eigenen Gemütszustand, aber auch auf das Umfeld aus. Wenn es Pädagoginnen gelingt, feste Ruhephasen in den Tagesablauf der Kita zu integrieren, erleben sie gemeinsam erholsame Momente der Stille, aus denen die Kinder und sie selbst Kraft schöpfen.

 

Pädagogen brauchen entspannte Kinder und Kinder brauchen entspannte Erziehungskräfte.

 

entnommen aus KneippKindergarten Heft 1/2017

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